Geheilt!

Nach über einem Jahr mit schrecklichen Keuchhusten und getrübter Freude am Fahren lacht Silke jetzt wieder. Ein Jahr, in dem die MT ruckelte, manchmal überhaupt kein Gas annahm, um dann verzögert die Leistung freizusetzen, oder im unteren Drehzahlbereich in Schrittgeschwindigkeit einfach auszugehen.

Quell allen Übels war das Potentiometer, welches die Position des Gasgriffs ermittelt. In den Foren und auf Facebook haben sich schon viele über das Ruckeln der MT09 beklagt, aber keine Hinweise das dieses fiese kleine Bauteil für so viel Leid verantwortlich sein könnte.

Poti

Drosselklappenpoti für MT09

Am Wochenende war dann auch wieder bestes Wetter um das neue Poti zu testen. Sonntag dann ca. 350km problemlos gefahren. Und Silke lacht wieder unterm Helm – so muss Moppedfahren sein!

Ein Gimbal

ein bitte was?

Nun ja, ein Gimbal hab ich mir gerade besorgt. Für alle die, die so etwas nicht kennen: Ein Gimbal ist ein technisches Gerät welches dafür sorgt, dass eine Kamera stabilisiert wird. Dadurch erhoffe ich mir eine neue Perspektive bei den Kamerafahrten auf dem Rundkurs.

Ich habe mich für das Modell WG2 von Feiyu Tech entschieden, da der Preis für diesen Gimbal einfach unglaublich gut ist. Beim Auspacken macht der WG2 einen hochwertigen Eindruck. Die Tragarme sind aus Metall und mattschwarz ausgeführt. Das Gerät besitzt nur einen Knopf und übernimmt neben dem Ein- und Aussschalten mehrere Funktionen.

Für Menschen wie mich, die die weder eine Bedienungsanleitung lesen, noch sich die Funktionen bei Einfach , Doppel-, Dreifach und Vierfachklick merken können gibt es noch eine App für das Smartphone, die die Einrichtung und die Bedienung erheblich vereinfacht.

 

 

Auf der App lassen sich die einzelnen Stellmotoren in weiten Bereichen parametrieren. Und wenn man erst einmal verstanden hat, wie sich mit dem virtuellen Joystick die Kamera positionieren lässt, dann kann man den Gimbal auch verwenden. Ob man wirklich die Standardwerte für die Nachführung verändern muß? Keine Ahnung, aber ist auf jeden Fall gut, dass man das tun kann und ggfs. auch wieder auf die voreingestellten Werte zurücksetzen kann.

Laut Hersteller sollen die Batterien für etwas mehr als 2 Stunden Betrieb ausgelegt sein. Das sollte für einen Tag Rennstrecke gerade so reichen. Es wird sich dann zeigen, ob die Angaben dann wirklich in der Praxis umsetzbar sind. Auf jeden Fall ist der Gimbal für die GOPRO ein Tool was auf den ersten Blick taugt.

 

 

Der Zentralständer

…ist nun eindlich einsatzbereit.

Die Idee ist eigentlich ganz geil – aber die Ausführung hat schwer zu wünschen übrig gelassen. Der Ständer selbst ist sehr stabil, jedoch wurde erst eine falsche Hülse für das Mopped geliefert und die Passgenauigkeit, bzw. die Bohrungen der Halteplatte waren deutlich daneben.

Mit etwas Handarbeit passt jetzt auch der untere Zylinder ins Mopped und auch das Vorderrad wird (leicht) angehoben. Damit lässt sich dann das Mopped wir vorgesehen in der Garage problemlos balancieren – das schafft genug Platz um allle Moppeds in der Garage zu verstauen. 🙂

 

 

Neues Spielzeug

Die MT hat noch kurz vor der ersten Inspektion neue Spielsachen geschenkt bekommen.

Zum loggen der Touren hätte ich ja bereits in der Hornet einen Logger verbaut. Allerdings ist es bei der MT unterm Kleid so dermaßen eng, dass die Schachtel da kaum Platz findet. Also etwas gesucht und da bin ich auf den GPS Logger 2 aus dem Modellbau gestoßen.

Eigentlich ist das Ding für Modellflieger konzipiert, aber die MT09 fliegt ja auch tief und daher gar nicht so weit von der ursprünglichen Verwendung entfernt.

Größter Vorteil: Der Logger ist klein, richtig klein und lässt sich, selbst an der MT09, überall gut unterbringen. Das Gehäuse ist nicht größer als eine SD Karte und ca. 5mm dick.

Größter Nachteil: 5V Spannungsversorgung lässt sich nicht unbedingt am Mopped finden. Daher noch schnell einen winzigen 5V Spannungsstabilisator in Form eines kleinen Transistors in die Versorgung mit eingebaut und fertig ist die Laube.

Größte Sorge: Hab ich denn unter der Sitzbank ohne Antenne oder Sicht zum Himmel überhaupt Empfang? Ja – auch das klappt scheinbar richtig gut.

Die Daten werden auf die Mini-SD Karte geschrieben. Einstellbar von 1 Datenpunkt pro Sekunde (was für die Touren auf dem Mopped mehr als genug ist) bis zu 10 Messungen pro Sekunde. Bei den ersten Fahrten ist eine Datei für 40 Minuten Fahrtzeit ca. 1MB groß – damit sollte eigentlich bei mir ein Jahrespensum locker auf die Karte passen. Sogar eine Live-Übertragung der Telemetriedaten per Bluetooth wäre möglich, wenn auch bei dieser Anwendung sinnfrei.

Preislich hält sich diese kleine Wunderwerk echt im Rahmen und ist für mich der beste Logger, den ich bislang für den Einbau am Mopped gesehen habe. Endlich weiß ich, wo ich mit der MT rumfahre 😁

Pass-Hopping nach Parma

Gestern hatten wir den ersten echten Ruhetag in Siena. Soll heißen, dass wir uns den Tag in der Stadt um die Ohren gehauen haben, ohne Mopped zu fahren.

Ging nach Mittag auch schlecht, nachdem wir zum Essen mal wieder eine halbes Fass Wein aufgemacht hatten.

Bei der Bestandsaufnahme in Siena muß ich feststellen, dass ich einen meiner Wäschesäcke irgendwo hab liegen lassen – jetzt fehlt mir eine Hose, 3 T-Shirts und Kleinkram. Meine Mutter kommentierte darauf: „Ach, dann ist ja nicht soo schlimm“ – aber immerhin macht das 50% meiner Oberbekleidung aus!

Naja, dafür ist der Sack etwas leerer und packen geht auch schneller 🙂

In der Altstadt von Siena gibt es mehr Kirchen und Kathedralen als in gesamt Mitteleuropa!

Nach einem Tag Pause machen wir uns dann auf nach Parma – die Tour wird dank der Pässe auf ca. 350km gestreckt. Und je weiter wir nach Norden kommen, um so besser werden jetzt auch wieder die kleineren Nebenstrecken. Auch nimmt der Verkehr auf den Hauptstrecken deutlich zu – so ist der Aufstieg nach Abetone am Wochenende nur noch im Korso zu bewältigen.

In Parma erschlägt uns dann das schwüle Klima – Zeit für ein Bier!

Von Küste zu Küste

Von Vasto nach Barletta über Scalea und Crotone bis nach Tarent sind wir gefahren. Soll heißen von der Ostküste an die Westküste an die Südküste Italiens.

Barletta ist ein kleines wuseliges Städtchen, bei dem vor allem eins haften geblieben ist: 1kg auf den Hüften! Abends mal schnell „ne Kleinigkeit“ Essen ist ausgeartet in einem Tasting Menü. Ich als Fleischliebhaber hab mir das Fleischmenü bestellt – aber das dann 12 Fisch-Appetizer mit 2 Primi und einem Secondi kommen, hätt ich dann nicht erwartet.

Je weiter wir uns in den Süden bewegen um so besser scheinen die Strassen wieder zu werden. Lediglich die vielen wilden Müllkippen muß man ignorieren können um die Landschaft zu genießen.

Mittags ist es in den kleinen Bergdörfern manchmal etas schwierig ein offenes Lokal zu finden. Auf dem Weg von Barletta nach Scalea suchen wir verzweifelt eine offene Bar und finden irgendwie nix. Bei der einen offenen Tür halten wir an und treffen auf einen Großmeister des Gelatos. Er zieht uns ganz schnell von der Langnese Truhe weg und zeigt uns sein selbstgemachtes Gelato – dazu gibt es viel Erklärungen, eine kurze Führung durch an die heilige Eismaschine und auch noch eine Nase voll, von den lokalen Zutaten die hier verwendet werden.

Und das Eis ist in der Tat GROßARTIG! Um nicht zu sagen, das beste Eis was ich bislang genießen durfte – alleine dafür hat sich die Tour schon gelohnt.

Scalea dient nur als kurze Zwischenstation – nicht wirklich was für Touris, aber dafür gibt es am Abend – eigentlich wie immer – leckeres Essen.

In Crotone haben wir wieder mal ein einzigartiges B&B direkt am Strand gefunden. Freitag abends steigt hier die Party und da zählt entweder mitmachen, oder Ohrenstopfen um schlafen zu können. Direkt neben den B&B befindet sich eine umwerfend gute Pizzeria, bei der es sich echt lohnt fast eine Stunde auf das Essen zu warten. Und bevor wir am nächsten Morgen starten gibt es dann Strandbilder!

Der Weg nach Tarent startet zwar mit einigen echt schönen Kurven, aber je weiter wir Richtung Absatz kommen, um so eintöniger wird die Fahrt. Allerdings macht die Innenstadt von Tarent mit dem ans Wasser gebauten Castello durchaus einen schlanken Fuß. Da hätte ich mir schlimmeres vorgestellt.

Wir bleiben dann auch gleich zwei Tage in Tarent um Silke neue Reifen zu besorgen. Da dabei der halbe Tag drauf geht, machen wir eine verkürzte Tour nach Locorotondo – das kleine Städtchen liegt nahe Alborobello und wir bekommen hier schon die für diese Gegend speziellen Bauten zu sehen.

Locorotondo soll nicht ganz so überlaufen sein wie der Nachbarort – und ich muß sagen, dass die Innenstadt echt sehenswert ist!

Von Verona nach Vasto

Der Wetterbericht für die ersten Tage ist eher mittelmäßig. Am ersten Tag werden wir auch direkt richtig nass. Der erste Stop der Tour führt uns nach Montecatini Terme – in das B&B Fablè. Top Lage, mitten in der Stadt und unglaublich nette Besitzer und ein fettes Frühstück machen die Weiterreise echt schwer.

Wir machen uns dann über Cortona – im Hotel Borgo Il Melone und einem 14qm großen Raumwunder über zwei Etagen (das romantische Turmzimmer!) auf den Weg nach L’Aquila.

Die Region leidet immer noch stark unter den Nachwirkungen des Erdbebens aus 2009. Die Innenstadt von L’Aquila ist immer noch eine einzige Baustelle. In 10-15 Jahren wird das sicher mal wieder eine tolle Stadt sein, aber momentan fällt es schwer sich in den Ruinen wohl zu fühlen.

Das Schloss hingegen ist schon echt ein Blickfang – wenn man schon keinen Berg hat, dann baut man die Hütte in den Keller und zieht einen fetten Graben außen rum, damit einem keiner in den Speisesaal blicken kann.

Am Abend zeigt sich dann die Stadt echt nicht von der besten Seite. Es regnet Hunde und Katzen und wir brauchen abends fast eine Stunde um überhaupt eine geöffnete Trattoria zu finden. Das kann aber auch am Montag Abend in Verbindung mit dem Feiertag liegen. Also schnell weiter nach…

….Vasto.

Die Strassen in der Region sind fast durchgehend in einem bedauernswerten Zustand. Und aufgrund der massiven Schäden wird sich das wohl auch nicht so schnell ändern.

Aber dafür ist die Innenstadt von Vasto ein kleines Schmuckstück – auch hier finden wir mit der Residenzia Amblingh eine Unterkunft in bester Lage, an der sich viele Hotels mehr als nur eine Scheibe abschneiden können! Die Bilder aus dem Internet entsprechen der Realität und die Preise sind echt im Rahmen – was will man also mehr? Da kann man schon mal kurzfristig einen zusätzlichen Tag einschieben um der kleinen Regenfront zu entgehen.

Frühstück am Morgen…

Gestern Abend gab es noch „Alle Daumen hoch“ für den Urlaubsexpress – (fast) pünktlich, gute Kommunikation am Bahnsteig und gaaanz wichtig: Lademeister war vorhanden und die Moppeds wurden aufgeladen.

Über Nacht haben wir uns dann Verspätung wegen unerwarteter Streckensperrungen eingefahren – gegen viertel vor sieben sind wir dann an der italienischen Grenze ins Bordrestaurant zum „Schlemmerfrühstück“ geschlendert.

Ab hier beginnt dann eine Chronologie des Grauens!

Das Servicepersonal hat das Frühstück so gar nicht im Griff – der O-Saft kommt noch kurz vor sieben zügig an den Platz, aber Kaffee und Tee wollen nicht erscheinen. Nach einer halben Stunde sind dann die ersten Heißgetränke da. Aber Frühstück? Fehlanzeige!

Einige der Gäste im Bordrestaurant werden bedient, andere vergessen. So langsam verändert sich die Stimmung und viele der Mitreisenden sind ungehalten und machen Ihrem Ärger Luft – auch ich wandle mich so langsam von einem zivilisierten Menschen in einen hungrigen, unfreundlichen Zeitgenossen.

Dann endlich: 08:25 kommt das Rührei – doch wo bleiben Brötchen und der Belag? Diese Utensilien erscheinen bereits um 08:54 – also deutlich vor der Ankunftszeit in Verona! Nur zweieinhalb Stunden für Rührei mit Brötchen.

Sorry lieber Urlaubsexpress – so geht das nicht. Es ist ja nicht so, dass auf einmal viele Gäste unerwartet Frühstück haben wollen. Die Kollegen / Küche war einfach nur miserabel organisiert und das Servicepersonal – insbesondere die jüngere, männliche Generation, konnte nicht dazu beitragen den Ärger der Gäste im Bordrestaurant zu dämpfen. Das gibt leider einen fetten Abzug in der B-Note!

Wunderheiler

Einmal mit dem neuen Mopped warm werden – daher auf zum Heidbergring um, wie jedes Jahr, ein Kurventraining mit der Zweiradakademie zu absolvieren.

Da die MT09 ja ein voll einstellbares Fahrwerk besitzt, sollte auch Thomas einmal Hand anlegen um die Karre vernünftig einzustellen.

Aber zunächst einmal ab auf den Rundkurs und schauen, wie sich die MT09 bewegen lässt. Das mir das Fahrwerk zu hart ist, wusste ich ja schon. In sportlicher Schräglage wird die Karre zum Springbock – das hätte ich nicht erwartet. Außerdem raspelt die MT in Schräglage an den Motorschützern rum – das ich nach nur einem Turn so kurz vor dem Abflug stehe, hätte ich mir nicht träumen lassen.

In der Mittagspause legt Thomas seine heilenden Hände an das Öhlins. Nach nur zehn Minuten liegt die MT etwas höher und die Gabel und das Federbein machen endlich das was sie sollen.

Zurück auf dem Rundkurs hab ich wieder ein vernünftiges Mopped unter dem Hintern. Die MT liegt jetzt satt auf dem Asphalt, gibt vernünftige Rückmeldungen und hat genug Schräglagenfreiheit.

Wieder einmal muss ich feststellen, dass das beste Fahrwerk auch nur dann taugt, wenn es vernünftig eingestellt ist. DANKE Thomas!

Elektrisch Angefixt

…hat mich die Probefahrt mit der Energica.

Beim Reifenwechseln hat mir Coors-Zweiradtechnik zum Zeitvertreib eine kleine Energica hingestellt.

Zunächst mal sind  die 280kg nicht gerade leicht. Das merkt man auch schnell, wenn man dieses grüne Wunderding vom Ständer nimmt. Der Seitenständer ist neben dem Gewicht auch schon der größte Kritikpunkt. Denn den Ständer muss man mit den Füßen erst mal finden. Aber so bald die Fuhre ins Rollen kommt, ist das Gewicht fast egal. Auf den ersten Metern gilt es sich an ein Mopped ganz ohne Gangschaltung zu gewöhnen – aber auch das geht fix.

Kurven müssen etwas geplant werden, aber das macht nix. Dafür ist der Gasgriff einfach nur ein Traum! Zartes öffnen sorgt für ein sanftes Anfahren in Schrittgeschwindigkeit. Wird der Drehgriff komplett geöffnet, dann Hämmern die Elektronen auf den elektrischen Antrieb ein und die Energica schiebt vehement, aber nicht ungestüm nach vorne. Dabei klingt der Antrieb ein klein wenig, wie eine wild gewordene Waschmaschine – dem Klang wird man entweder lieben, oder sich nie an das elektrische Wunder gewöhnen. Von wegen lautlose Elektromobile!

Von den technische Daten ist das in etwa so, wie eine schwere Hornet mit unglaublich viel Drehmoment. 109 Pferde ist ja durchaus im Rahmen. Die 180Nm hatten mich vor der Probefahrt ein wenig nachdenklich gestimmt – aber der elektrische Antriebsstrang sorgt jederzeit für sanften Druck ohne bedrohlich zu wirken.

Doch sobald die Elektronen auf den Motor einhämmern, schiebt die Fuhre nach vorne und das ganz ohne zu schalten. Das Drehmoment steht einfach nur konstant an und reißt auch nicht ab.

Für die Verzögerung sorgt eine Brembo Bremsanlage, welche akkurat verzögert.

Die Verarbeitung ist gut und die kleinen, liebevollen Details wie z.B. das Logo von Energica im Kennzeichenträger zeigen, dass es sich hier um ernst zu nehmendes Projekt handelt. Auch die Reichweite von ca. 150km ist für ein eMopped gut. Klar wäre weiter besser – aber durch die Schnelladestationen kann die Batterie binnen 20 Minuten bei eine Kaffee aufgeladen werden.

Noch ist das nicht ganz alltagstauglich, aber schon verdammt nah dran. Und der eine oder andere wird sich bei Einstiegspreisen um die 18.000€ durchaus mit einer Energica anfreunden. Ich bin jedenfalls davon überzeugt, dass wir in Zukunft immer mehr von diesen Teilen auf öffentlichen Straßen sehen werden.