Buenas!

In ein Risikogebiet reisen in Zeiten von Corona? Geht nicht? Geht doch!

Das komplett Spanien als Risikogebiet eingestuft wird, konnte man ja nicht ahnen. Aber eine Reisewarnung ist ja kein Reiseverbot – also haben wir den Trip trotzdem gemacht. Überall wo wir waren, haben sich die Menschen in Spanien von der besten Seite gezeigt. Immer sehr diszipliniert, immer mit Schnutenpulli und sehr freundlich. Den ganzen Tag schallert einem ein freundliches „BUENAS!“ entgegen. Gut – wenn die Tanke nur mit Buff als Mundschutz betreten wird, dann kann es schon mal vorkommen, dass man wieder rausgeworfen wird. Das ist aber Corona geschuldet und tut auch nicht weh.

Das Positive: Ich habe noch nie in meinem Leben so saubere Tresen und Bartische gesehen. Alles wird nach einem Gast wieder gereinigt und desinfiziert. In San Sebastian haben wir mit Barhopping bei kleinen Tapas – bzw. Pintxos den Magen gefüllt. Aber sonst ist das Essen in Spanien doch teils deftig und bodenständig. Auch landet schon mal Bries als Gericht auf dem Teller, wenn man irgendwas mit „Molleja“ bestellt. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass Spanien für Vegetarier kein einfaches Pflaster ist.

Unsere Moppeds konnten wir in Malaga in Empfang nehmen und von da aus ging es zunächst in das relativ nah gelegene Ronda. Nach einem kleinen Abstecher rund um die Sierra Nevada haben wir uns nach Norden begeben, um über einen Umweg durch Portugal dann durch den Norden Spaniens in Richtung Pyrenäen wieder nach Hause zu fahren. Der Temperaturbereich bewegte sich für uns von 42 Grad im Süden bis frostigen 9 Grad im kühleren Norden. Hier zeigt sich, dass es gut ist die richtigen Klamotten im schmalen Reisegepäck zu haben.

Die Highlights waren für mich ganz klar die Strassen in Spanien. Egal wie klein, fast immer ist der Belag in einem Traumhaften Zustand. Berge gibt es auf unserer Tour, mit Ausnahme der Sierra Nevada, nicht wirklich. Im Schnitt bleiben wir auf deutlich unter 1000m – aber das macht gar nix. Auf fast allen Straßen in Spanien gilt: Kurven satt und so gut wie kein Verkehr. Landschaftlich war der südliche Teil eher Olivenbaumgrau und eintönig – mit dem Ritt durch Extremadura in den Norden wird Spanien dann wieder etwas grüner und bunter.

Ganz im Gegensatz dazu erfahren wir auf den kleinen Straßen in Portugal, daß wir hier besser mit einer Enduro, als einer sportlich abgestimmten Straßenmaschine unterwegs sein sollten. Die Grenzüberschreitung von Portugal kommend macht schnell deutlich, dass wir nicht nach Spanien, sondern nach Galizien einreisen. Leider habe ich das dazu passende Schild der EU nicht im Bild festgehalten.

Positiv überrascht haben mich insbesondere Trujillo und Zamora – sowohl von der genialen Anfahrt, als auch von den alten, sehenswerten Innenstädten und der Unterkunft. Wer nach Trujillo fährt, sollte auf jeden Fall einen Umweg über Guadalupe in Kauf nehmen um die Kurvenautobahn und das Kloster mitzunehmen, was dort als Weltkulturerbe in Spanien steht. Und es empfiehlt sich das Zelt im El Mirador de las Monjas in Trujillo aufzuschlagen. Beste Aussicht und ein liebevoll geführtes Hotel mit super Frühstück.

Kloster in Guadalupe
Kloster in Guadalupe

Und sind wir schon mal beim Thema Kloster: ein weiteres Highlight war das „El Convento de Mave“. Ein zum Hotel umgebautes Kloster mit großartiger Küche.

Spanien ist eine Empfehlung für Motorradfahrer – die Distanz lässt sich locker mit einem Motorradtransport überbrücken. Und auf eigenen Reifen ist man binnen einer Woche wieder ganz entspannt zurück in Deutschland – natürlich würde das Team von Vito die Moppeds auf Wunsch auch wieder nach Hause schippern. Landschaftlich gibt es einiges zu sehen und mit einem fröhlichen BUENAS! auf den Lippen startet jeder Tag im meist sonnigen Spanien super entspannt.

Die Einschränkungen durch Corona sind für Motorradfahrer quasi nicht vorhanden – lediglich die jetzt folgende Quarantäne und der obligatorische Test – der für Silke und mich übrigens keine Infektion durch Corona ergeben hat – musste von uns mit eingeplant werden.

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