Es sollte eine Winterflucht werden. Ein bisschen Sonne tanken, dem grauen Alltag entkommen – und vor allem: möglichst viel Zeit auf dem Motorrad verbringen. Die Wettervorhersage? Naja… sagen wir mal: ausbaufähig.
Unser Ziel: Garachico, ein kleines, charmantes Örtchen an der Nordküste Teneriffas. Dank Pauschalreise inklusive Transfer vom Flughafen – was sich schnell als echter Glücksgriff herausstellt. Denn: Wir sind angenehm „ab vom Schuss“ und genießen die entspannte Taxifahrt zu zweit.
Am Abend unserer Ankunft sitzen wir auf dem kleinen Marktplatz vor dem Hotel, gönnen uns ein erstes Getränk – und wundern uns. Moment mal… was ist denn hier los? Karneval ist doch längst vorbei?
Nicht in Garachico. Hier scheint gerade erst alles richtig loszugehen. Samba-Gruppen, kreative Kostüme, ausgelassene Stimmung – kurz gesagt: Hier ist der Luzifer los.
So darf ein Urlaub gerne beginnen.





Dann wird es ernst, die Fahrtage beginnen.
Was sofort auffällt: Die Spritpreise sind im Vergleich zu Deutschland fast schon zu freundlich. Und die Straßen? Erstaunlich gut. Fast durchgehend in einem Top-Zustand.
Ich dringe teilweise in Straßen vor, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat – oder sehen möchte. Heiliger Bimbam, geht das hier steil den Berg hoch und runter. Nix für Angsthasen und schon gar nix für Anfänger oder für schwache Nerven.
Um Kurven zu fahren, braucht es gar nicht den Weg zum Teide hoch – obwohl dort die Miradöre schon einiges an Aussicht zu bieten haben – wer Lust hat, bleibt im Tal und fährt auf der TF28 bis man Kurven nicht mehr sehen kann. Auch ist der Norden der Insel empfehlenswert: tolle Aussichten, enge Straßen, herrlich kurvig.
Einziger Haken: Überholen ist fast unmöglich. Gerade Strecken? Fehlanzeige. Wer vor dir trödelt, bestimmt dein Tempo.
Und dann wäre da noch Masca.
Irgendein Reiseführer hat irgendwann beschlossen, dass das der Place-to-be ist. Und ja – die Strecke dorthin ist wirklich beeindruckend.
Aber: Selbst bei dichtem Nebel ist die Straße voll. Richtig voll. Touristen, Mietwagen, Busse – Stillstand statt Fahrspaß. Und das obwohl wir weit außerhalb der Saison unterwegs sind. Daher gilt: die TF-436 und den Weg nach Masca besser meiden.
Wettertechnisch bleibt es spannend: Warm ist anders – aber immerhin bleibt es fast immer trocken. Und das entgegen aller Prognosen.
Erst am letzten Tag schlägt das Wetter dann doch noch zu. Ein ordentliches Unwetter sorgt unter anderem dafür, dass der Teide gesperrt wird. Ist aber egal, da wir die Moppeds eh schon wieder abgegeben haben.
Für uns heißt das: Nach insgesamt 1.130 Kilometern auf der Insel geht es zurück – und wieder einmal im privaten Shuttle zum Flughafen.
Fazit:
Teneriffa ist spektakulär.
Die Landschaft, die Ausblicke, die Kurven – alles beeindruckend und intensiv.
Aber: Die Infrastruktur kommt an ihre Grenzen. Es fehlen schnelle Verbindungen, wodurch sich der Verkehr auf die Bergstraßen konzentriert. Und genau das nimmt leider oft den Fahrfluss – und damit auch ein Stück Fahrspaß.
Für Motorradfahrer, die jeden Tag neue Strecken entdecken wollen, ist die Insel daher nur bedingt geeignet. Das Netz an wirklich unterschiedlichen Routen ist begrenzt.
Fünf volle Fahrtage waren für uns fast schon zu viel. Außerdem ist man auf Teneriffa im März als Motorradfahrer immer falsch angezogen – immer!
Und trotzdem:
Es war schön. Sehr sogar




